Arbeitsschutz in der Grundbildung

Die Lehrbetriebe für Drucktechnologen und Printmedienpraktiker werden in den kommenden Tagen von den kantonalen Behörden kontaktiert. Der Grund: Der Anhang 2 zum Bildungsplan der beiden Grundbildungen tritt per 1. März 2017 in Kraft. Darin ist beschrieben, wie Minderjährige während ihrer Ausbildung im Berufsfeld Drucktechnologie und Printmedienpraktik vor den Risiken gefährlicher Arbeiten geschützt werden.
 
Die PBS empfiehlt allen Betrieben ihre Ausbildungsbewilligung bei der kantonalen Verwaltung so rasch als möglich zu erneuern. Die Firmen werden von den Kantonen für die Erneuerung der Ausbildungsbewilligung direkt kontaktiert. Mittels einer Selbstdeklaration haben die Lehrbetriebe zu bestätigen, dass sie die Massnahmen gemäss Anhang 2 einhalten. Ihre Bewilligung erneuern sollen auch diejenigen Betriebe, die im Moment keine Lernenden ausbilden. Wer die Ausbildungsbewilligung nicht erneuert, darf Lernende unter 18 Jahren nicht mit gefährlichen Arbeiten betrauen. Bis zum Abschluss der Überprüfung der bisherigen Bildungsbewilligungen und bis zur definitiven Ausstellung einer neuen Bildungsbewilligung durch die zuständige kantonale Behörde gilt jedoch noch das bisherige Recht.
 
Was ändert sich?
Die Ausbildungsbetriebe müssen die begleitenden Massnahmen des Anhangs 2 einhalten. In der Praxis ändert sich nichts – weder im Unternehmen noch in den überbetrieblichen Kursen oder Berufsfachschulen. Die im Anhang 2 definierten Massnahmen werden bereits heute angewendet. Nach wie vor gilt: Eine gute Instruktion und Überwachung der Lernenden sind wichtig. Die Jugendlichen müssen in Bezug auf die Sicherheit und den Gesundheitsschutz von einer befähigten erwachsenen Person ausreichend und angemessen informiert und angeleitet werden.
 
Was steht im Anhang 2?
Die explizite Formulierung von Massnahmen zur Arbeitssicherheit von Jugendlichen im Anhang 2 wurde aufgrund einer Gesetzesänderung nötig. Im Anhang 2 sind für jede gefährliche Arbeit die entsprechenden Massnahmen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes definiert. Daneben wird angegeben, in welchem Zeitabschnitt der beruflichen Grundbildung welche Massnahmen praxisorientiert umzusetzen sind. Zu den gefährlichen Arbeiten gehören zum Beispiel die Arbeit bei Lärm oder mit Maschinen.
 
Wie viele Anhänge gibt es in der grafischen Industrie?
Grundsätzlich musste für die Drucktechnologen und Printmedienpraktiker je ein Anhang 2 erstellt werden. Da der Beruf der Printmedienverarbeiter noch nicht kompetenzorientiert aufgebaut ist, entfällt für diesen Beruf der Anhang 2. Er muss allerdings spätestens bei einer möglichen Revision des Berufsbildes formuliert werden. Für die Polygrafen und Interactive Media Designer entfällt der Anhang 2. 
 
Wieso gibt es überhaupt einen Anhang zum Bildungsplan?
Laut Arbeitsgesetz und Jugendarbeitsschutzverordnung sind gefährliche Arbeiten für Jugendliche unter 18 Jahren verboten. Vermehrt werden Jugendliche unter 16 Jahre aus der Volksschule entlassen. Nach bisheriger Regelung wären diese im Lehrbetrieb nicht voll einsetzbar, der Lehrauftrag könnte nicht erfüllt werden. Deshalb hat die PBS  zusammen mit dem SBFI, dem Seco und Spezialisten für Arbeitssicherheit Massnahmen definiert, die den Schutz der Lernenden gewährleisten.
 
Unter nachfolgendem Link gelangen Sie zu den Anhängen 2:
 
Drucktechnologe/in EFZ 2009
Printmedienpraktiker/in EBA